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Ball auf der Hängstatt, 1893
Johann Michael Kupfer
Öl auf Leinwand
HM Inv. Nr. 10.013
eruf Wäschermädel "Wir Wiener Wäschermädel würden weiße Wäsche waschen, wenn wir wüssten, wo warmes weiches Wasser wäre", so der Text eines alten Wiener Kinderspruchs. Häufig wurde der Beruf der Wäscherinnen, verniedlichend als Wäschermädel bezeichnet, romantisierend verklärt und als reines Vergnügen dargestellt. Auch beim "Ball auf der Hängstatt" geht es nicht um einen Einblick in die schwere körperliche Arbeit, die die Wäscherinnen leisten, sondern um die kurzen Momente der Entspannung und der Ausgelassenheit. Zwischen den frisch gewaschenen, zum Trocknen aufgehängten Wäschestücken tanzen die Frauen fröhlich Walzer.
Mit der allmählichen Herausbildung der arbeitsteiligen Ökonomie und der Trennung von Arbeit und Wohnen seit dem späten 18. Jahrhundert entstanden eine ganze Fülle neuer weiblicher Berufe: Kindermädchen, Gouvernante, Mädchen für alles, Stubenmädchen, Köchin, Wirtschafterin, Näherin, Wäscherin ... Heerscharen junger, meist unverheirateter Frauen leisteten in diesen verschiedenen Dienstleistungsberufen schlecht bezahlte, oft körperlich überaus anstrengende Arbeit. Auch vor sexuellen Attacken ihrer Dienstherren waren die im gemeinsamen Haushalt mit den adeligen oder bürgerlichen Familien lebenden Dienstbotinnen nicht geschützt.
In der Wiener Folklore und der Operette wurden diese Berufe häufig glorifiziert und idealisiert. In dem 1957 entstandenen Lustspielfilm "Der Kaiser und das Wäschermädel" gerät Wien in Aufruhr, weil die Inhaberin eines Modesalons den Herren der Gesellschaft den Kopf verdreht. Rund um eine Wäscherei, in der auch Johann Strauß Kunde ist, entspinnt sich die Handlung von "Der ewige Walzer" von Heinrich Strecker. Operettenselig verklärt wird hier ein Bilderbogen des alten Wien entworfen, in dem Wäschermädl, Verkäuferinnen und arme Komponisten eine ebenso wichtige Rolle spielen wie Gräfinnen, Aristokraten und Angehörige der Armee. |
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