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Öffentlicher Raum

 

Weibliche Spuren in männlichen Räumen 
Der öffentliche Raum ist nicht neutral. Die Öffentlichkeit auch nicht. Jahrhundertelang galt der private Raum als der Raum der Frauen. Im öffentlichen Raum der Politik kamen Frauen nicht vor.

Der reale Raum der Stadt, der symbolische Raum des Öffentlichen, der mediale Raum der Öffentlichkeiten, der Handlungsraum der politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder kunstproduzierenden Öffentlichkeiten, es sind männlich vorgeprägte Räume. Raum im öffentlichen Raum, mussten und müssen sich Frauen nehmen.
 

Öffentliche Frauenbilder

Auf den Schildern der Straßennamen, es sind meist Männernamen, die uns hier begegnen. Auf den grauen Sockeln aus Stein, es sind fast nur Männer, die auf den Denkmälern sitzen oder stehen. Die Wiener Ausnahmen sind schnell aufgezählt, Kaiserin Maria Theresia (umringt von ihren männlichen Ratgebern), Kaiserin Elisabeth sowie, schon weniger bekannt in der Öffentlichkeit, die Volksschauspielerin Hansi Niese. Die anderen Frauenfiguren, die ebenfalls auf den grauen Sockeln zu finden sind, sind allegorischer oder sagenhafter Natur:, wie Dichtern oder Komponisten zu Füßen liegende Musen. Nun ist es ja nicht so, dass Frauen unsichtbar wären im öffentlichen Raum. Frauen, riesig, auf Plakatwänden, ausgestattet mit Sex Appeal, kaum ein Produkt, das nicht von einem mehr oder weniger bekleideten, erotisch aufgeladenen Frauenkörper begleitet wäre, Frauen unterwegs, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Frauen mit Kindern, Frauen mit Einkaufstaschen, Sexarbeiterinnen in einschlägigen Gegenden ...
 

Macht, Sprache, Artikulation

Den öffentlichen Raum beanspruchen, Teilhabe an der Macht, öffentliche Rede in der öffentlichen Arena. "Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen, gleichermaßen muss ihr das Recht zugestanden werden, eine Rednertribüne zu besteigen." so die französische Frauenrechtlerin Olympe de Gouges, die 1793 enthauptet wurde.
Die Verteilung der Verhältnisse im Raum der Politik und der Ökonomie ist eine Frage der Macht. Für viele Frauen sind schon allein die Worte Macht und Machtausübung jedoch nach wie vor nur negativ besetzt. Angelsächsische und amerikanische Feministinnen haben versucht, mit dem Wort empowerment dem Macht-Wort seinen Schrecken zu nehmen. Empowerment: Selbst-Ermächtigung, Selbst-Bemächtigung, als Prozess, eigene Kräfte zu nutzen, soziale Ressourcen zu nutzen und sich gegen Bevormundung durchzusetzen.